Sankt-Matthias-Bruderschaft (SMB) MAYEN seit 1640

Schon im späten Mittelalter pilgerten Christen zum Grab des Apostels St. Matthias nach Trier. In größeren Ortschaften des Bistums und in ganz Deutschland entstanden Bruderschaften, so auch in Mayen die St.-Matthias-Bruderschaft. Alljährlich wurden nun anstrengende Fußwallfahrten zum Apostelgrab nach Trier unternommen.

Die Namensgebung „Trierer Weg“, eine Straße in Mayen, zeugt von dem alten Pilgerweg nach Trier. Der Trierer Weg ist bereits im Jahre 1675 erwähnt. Das Matthiaskapellchen, erbaut 1687, im Volksmund auch Trierer Heiligenhäus’chen genannt, gibt Zeugnis von der Bedeutung dieses Heiligen.



In den Archiven der Stadt Mayen befinden sich einige Urkunden, die über die Bruderschaft Auskunft geben. Die älteste Urkunde, ein Bruderschaft-Büchlein, ist im Staatsarchiv in Koblenz archiviert. Dieses Dokument bekundet, dass die SMB Mayen schon im Jahre 1640 bestanden hat. Die Zielsetzungen der Bruderschaft sind vielseitig. Sie umfassen in erster Linie die Verehrung des Heiligen durch die Wallfahrt zum Gnadenort Sankt-Matthias in Trier, dem einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen.



In einem Nachlass von Kaplan Benedikt Caspar wird die Matthias-Wallfahrt nach Trier als außergewöhnliches Ereignis für die Stadt Mayen beschrieben. Hier heißt es: „Es war sicher ein erhebender Anblick, wenn Frauen und Männer der ganzen Stadt Mayen die alte Stadt betend und singend verließen. Mancher zurückgebliebener  Mayener stand ergriffen am Wege und gab im Gebet seine Anliegen und Nöte seinen Mitbürgern auf den Pilgerweg mit.“



Durch den damaligen Kurfürsten und Erzbischof von Trier, Clemens Wenzelslaus, wurden alle Wallfahrten, die weiter als eine Stunde gingen, im Jahre 1785 verboten. Von diesem Entscheid war auch die SMB Mayen betroffen.



In demselben Jahr gab die Bruderschaft Mayen dem Mayener Künstler und Bildhauer Heinrich Alken den Auftrag, eine überlebensgroße Matthias-Figur anzufertigen. Sie sollte ein Ersatz für die verbotenen Wallfahrten werden. Es gab dann später wieder einige Wallfahrten nach Trier. Zwischen 1800 und 1830 ist die SMB Mayen in Vergessenheit geraten.

 

Im Jahr 1998 wurde die SMB Mayen neu begründet. Die Aufnahme in die Erzbruderschaft in Trier erfolgte am 24. April 1999.

 

Seither gehört die jährliche dreitägige Fußwallfahrt nach "Mattheis"zum reichhaltigen "Pilgerprogramm" der Mayener Matthiasbrüder und -schwestern.

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St. Matthias-Bruderschaft seit 1640